Wissenschaftlich publizieren.

Blog 21. Januar 2020

Gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut haben wir ein traditionsreiches Journal komplett neu gedacht und zu einer modernen wissenschaftlichen Publikation weiter entwickelt.

Der Archäologische Anzeiger (AA) ist eine der bedeutendsten Fachzeitschriften im Bereich der Archäologie, herausgegeben vom Deutschen Archäologischen Institut seit 1889. Inzwischen wird in vielen Bereichen der Archäologie digital gearbeitet und die weltweite Vernetzung von Daten spielt eine große Rolle. Wissenschaftliches Publizieren heißt also auch, unterschiedliche Formate zu bedienen, um eine größere Leserschaft zu erreichen.

Nach einer umfangreichen Analyse stand die Lösung fest: Die Inhalte des AA sollten in zwei Medien gleichzeitig publiziert werden. Während der gedruckte Halbband als ein wissenschaftliches Nachschlagewerk weiterhin dient, bildet die digitale Version eine Grundlage für die weiterführende moderne Forschung im Zeitalter des Daten Managements. Um die Zusammengehörigkeit der beiden Publikationen zu verdeutlichen, spielte im Gestaltungsansatz ein medienübergreifendes, ästhetisches Design eine große Rolle. Beide Publikationen folgen visuell ihrer Funktionalität und haben doch einen individuellen Charakter. Das Buch sollte hiermit in seiner Wertigkeit bestärkt werden, großzügig und zugänglich wirken – also immer noch ein „must-have“ im Regal einer wachsenden Zielgruppe. Dagegen sollte die Webanwendung ansprechend, intuitiv und funktional wirken, um sich mit einer hohen Usability in der Forschungscommunity zu behaupten.

Der Prozess

Zum ersten Mal in der Publikationsgeschichte des DAI wurden aus einer Quelle zwei Medien bedient: ein gedrucktes Buch und eine Webanwendung.
Zu jeder einzelnen dieser Publikationsformen gehört ein aufwendiger Produktionsprozess. Bücher werden geschrieben, redigiert, gelayoutet, für den Druck vorbereitet und gedruckt. Auch für Webanwendungen müssen Inhalte produziert werden, Layouts entworfen und diese programmiert werden.
Zudem gibt es in beiden Publikationsformen für bestimmte Inhalte Grenzen. Zum Beispiel können in Büchern keine Filme abgespielt werden oder die Wiedergabe von realen Farben stößt online auf Grenzen. Daher ist die Ergänzung beider Medien wichtig in der Kommunikation von wissenschaftlicher Forschung.

Um beide Produktionsprozesse zu verbinden, wurden die Inhalte von Anfang an für beide Medien erfasst. Autoren mussten zu Texten alle Bilder, Videos, Links oder weitere Daten sammeln und kennzeichnen. Je nach Kennzeichnung (Tag), wurde programmatisch definiert, in welchem Medium die Inhalte platziert und dargestellt wurden.
Zeitgleich definierten wir die Layoutformate in InDesign und dem eigens dafür entwickeltem „Journal-Viewer“. Ein abgestimmter Konvertierungsprozess machte es möglich, die Inhalte für die unterschiedlichen „Programmsprachen“ abzustimmen und aus den gelayouteten Buchdokumenten in den Journal-Viewer zu exportieren.
Mit der neuen Ausgabe des Archäologischen Anzeigers ist ein Prototyp entstanden, der in sinnvoller Weise Wissen publiziert und Daten vernetzt.

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